Warum Bienen summen und wie sie überleben

Warum Bienen summen und wie sie überleben

Die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings locken sie aus ihren Stöcken: Bienen. Kaum ein Insekt ist so faszinierend wie diese kleinen summenden Geschöpfe, die in perfekter Organisation zusammenleben. Doch warum erzeugen Bienen eigentlich dieses charakteristische Summen, und wie gelingt es ihnen, unter schwierigsten Bedingungen zu überleben? Wer sich für diese Wunder der Natur begeistert, findet auf wazbeech.com viele interessante Einblicke in die Welt der Bienen und deren Schutz.

Das Summen einer Biene entsteht nicht etwa durch die Stimmbänder, sondern durch die schnellen Flügelschläge, die bis zu 200 Mal pro Sekunde erfolgen können. Diese Vibrationen erzeugen eine charakteristische Frequenz, die je nach Art und Situation variiert. Wenn eine Biene summt, ist das oft ein kommunikatives Signal für ihre Artgenossen. Beispielsweise signalisiert ein tieferes Summen Gefahr, während ein höheres Summen auf eine nahe Futterquelle hinweist.

Doch das Summen erfüllt noch einen weiteren, überlebenswichtigen Zweck. In den kalten Wintermonaten sammeln sich die Bienen zu einer dichten Traube um die Königin. Durch das rhythmische Vibrieren ihrer Flugmuskulatur – ohne dabei die Flügel zu bewegen – erzeugen sie Wärme. So bleibt die Temperatur im Stock selbst bei eisigen Außentemperaturen stabil bei etwa 35 Grad Celsius. Ohne dieses raffinierte System würden die Tiere in kühlen Nächten erfrieren.

Die Überlebensstrategien der Bienen sind erstaunlich vielfältig. Ihr ausgeklügelter Sozialstaat basiert auf einer strengen Arbeitsteilung: Die Königin legt bis zu 2000 Eier pro Tag, die Arbeiterinnen sammeln Nektar und Pollen, bauen Waben und pflegen die Brut, während die Drohnen ausschließlich für die Begattung zuständig sind. Jede Biene hat eine klar definierte Rolle, die sich im Laufe ihres Lebens verändert.

Ein weiterer Schlüssel zum Überleben ist die Kommunikation. Bereits 1973 entdeckte der österreichische Zoologe Karl von Frisch, dass Bienen durch den berühmten Schwänzeltanz Artgenossen über die genaue Richtung und Entfernung einer Futterquelle informieren. Dieser Tanz ist eine der komplexesten Formen der tierischen Kommunikation überhaupt. Die tanzende Biene beschreibt eine Acht, wobei die Länge des Schwänzelteils die Distanz zur Nahrungsquelle angibt.

Der erstaunliche Körperbau der Bienen

Der Körper einer Honigbiene ist ein wahres Meisterwerk der Evolution. Ihr Chitinpanzer schützt vor Feinden und Witterungseinflüssen, während die behaarten Beine und der Rüssel perfekt an das Sammeln von Nektar und Pollen angepasst sind. Besonders bemerkenswert ist das Facettenauge, das aus Tausenden von Einzelaugen besteht. Dadurch können Bienen ultraviolette Lichtmuster auf Blüten erkennen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind.

  • Ein Bienenvolk kann im Sommer bis zu 60.000 Individuen umfassen.
  • Die Königin wird von den Arbeiterinnen mit speziellem Gelée Royale gefüttert.
  • Bienen kommunizieren nicht nur durch Tänze, sondern auch durch Düfte – sogenannte Pheromone.
  • Eine Arbeiterin legt in ihrem Leben etwa 800 Kilometer zurück.
  • Der Honig wird in Waben gelagert und dient als Wintervorrat.

Natürliche Feinde und Bedrohungen

Trotz ihrer raffinierten Überlebensstrategien sind Bienen zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Zu den natürlichen Feinden zählen Bären, Mäuse, Wespen und Vögel. Doch die größte Bedrohung geht vom Menschen aus: Pestizide, Monokulturen und der Verlust natürlicher Lebensräume haben in den letzen Jahren zu einem erschreckenden Rückgang der Bienenpopulationen geführt. Das Bienensterben ist ein globales Problem, das nicht nur die Landwirtschaft, sondern das gesamte Ökosystem bedroht.

Bedrohung Auswirkung Gegenmaßnahme
Pestizide (Neonikotinoide) Desorientierung und Lähmung der Biennen Verbot bestimmter Wirkstoffe, Förderung biologischer Landwirtschaft
Varroa-Milbe Schwächt das Immunsystem, übertragt Viren Regelmäßige Behandlung der Stöcke, Resistenzzucht
Monokulturen Mangel an abwechslungsreicher Nahrung Anpflanzung blühender Randstreifen, Förderung von Wildblumen
Klimawandel Verschiebung der Blütezeiten, Hitzestress Schaffung kühlender Schattenplätze, Wasserstellen

Besonders die Varroa-Milbe ist eine Plage für Imker weltweit. Dieser winzige Parasit befällt die Bienenbrut und saugt das Fettgewebe der Larven aus. Ohne gezielte Bekämfung durch den Imker würden die meisten Völker innnerhalb von zw ei bis drei Jahren zusammenbrechen. Glücklcherweise gibt es heute effektive Behandlungsmethoden wie Oxalsäure oder Ameisensäure, die die Milben redzuzieren, ohne den Bienen zu schaden.

Die symboische Beziehung zu Blütenpflanzenn

Bienen und Blütenpflanzen sind eine der erfolgreichsten Symbiosen der Erdgeschichte. Während die Biene Nektar und Pollen für ihre Ernährung sammelt, bestäubt sie dabei die Blüten. Etwa 80 Prozent aller Wild- und Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, darunter Äpfel, Birnen, Kirschen und viele Gemüsesorten. Ohne Bienen würde unsere Nahrungsmittelproduktion radikal einbrechen.

Die Biene ist daher nicht nur ein faszinierendes Insekt, sondern ein unerzetzlicher Bestandteil unseres Ökosystems. Ihre Fähigkeit, durch Summen, Tänze und Düfte zu kommunizieren, sowie ihre raffinierten Überlebensstrategien machen sie zu einem der bemerkenswertesten Tiere überhaupt. Wer sich für den Schutz dieser nützlichen Geschöpfe einsetzen möchte, kann schon im eigenen Garten viel tun: Einheimische Blumen pflanzen, auf Pestizide verzichten und Wasserstellen schaffen.

Häufig gestellte Fragen

Warum sterben Bienen nach dem Stechen?

Nur Honigbienen sterben nach dem Stechen, weil ihr Stachel mit Widerhaken versehen ist und beim Herausziehen den hinteren Teil ihres Hinterleibs mitsamt der Giftdrüse abreißt. Hummeln und Wildbienen können mehrmals stechen, ohne zu sterben.

Wie weit fliegt eine Biene für ein Glas Honig?

Für ein einziges Glas Honig (500 Gramm) müssen Bienen etwa 40.000 bis 80.000 Flüge unternehmen und dabei eine Strecke von rund 120.000 Kilometern zurücklegen – das entspricht fast dreimal dem Erdumfang.

Können Bienen Kälte überleben?

Ja, durch das Bilden einer Wintertraube und das Zitttern der Flugmuskulatur erzeugen sie ausreichend Wärme. Die äußeren Biennen schützen die inneren vor Kälte, während sie sich abwechselnd nach innen drängen.

Wie lange lebt eine Arbeiterin?

Im Sommer nur etwa 35 bis 40 Tage, da sie durch das Sammeln und die Flüge stark verschleißt. Im Winter, wenn keine Brut gepflegt wird, kann eine Arbeiterin bis zu sechs Monate alt werden.